Alles über Bernstein
Das berühmteste Kunstobjekt, das je aus Bernstein hergesellt wurde ist das legendäre Bernsteinzimmer. Es wurde im Jahr 1716 vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zar Peter den Großen verschenkt. Fast zwei Jahrhunderte lang befand es sich im Zarenpalast Zarskoje Selo bei St. Petersburg. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gilt es als verschollen. In aufwendiger Kleinstarbeit wurde eine Nachbildung gebaut, die Touristen im Palast besichtigen können.
Bernstein ist meistens hell- bis goldgelb und altert zu rötlich- oder bräunlich-gelb. Trüber Bernstein kann wegen mikroskopisch kleiner Bläschen weißgelb oder weiß sein. Auch grünlich schimmernde Bernsteine gibt es. Diese Stückchen beinhalten fein verteilten Pyrit (Katzengold), das dem Bernstein die grünliche Nuance verleiht. Wegen mineralischer Einschlüsse ist mancher Bernstein auch elfenbeinfarben. Am seltensten ist der blaue Bernstein. Wie die blaue Farbe im Bernstein entsteht ist jedoch noch nicht endgültig geklärt. Möglicherweise spielt die Lichtbrechung eine Rolle.
Für die Wissenschaft sind besonders Bernsteinstücke mit Einschlüssen, auch Inklusen genannt, von Interesse. Es handelt sich zumeist um kleine Lebewesen und Pflanzen, die vor Jahrmillionen vom flüssigen Harz der Bäume überrascht und eingeschlossen wurden. Vom Harz umgeben konnten sie sich bis heute detailgetreu erhalten. Im Kinofilm Jurassic Park wurde DNA aus Bernstein-inklusen entnommen, und die gesamte Ur-Welt so erneute aufgebaut. Ob das in Wirklichkeit auch möglich ist, können sie in der Rubrik „Verschiedenes / Jurassic Park“ nachlesen.