Alles über Bernstein
In der griechisch-römischen Antike war Bernstein höchst beliebt und begehrt. Einerseits, benutze man den Stein als Luxus-Gebrauchsgegenstand: Man trank aus Bernsteingefäßen, nutzte den Stein für Gravuren, fertigte Spielfiguren daraus. Er zierte alles, was von Wert war, und wohlhabende Frauen färbten ihr Haar bernsteinfarben. Auch als Tauschobjekt und Zahlungsmittel wurde Bernstein im Laufe der Geschichte häufig genutzt. Andererseits wurde auch zu dieser Zeit erkannt, dass Bernstein sich elektrostatisch aufladen kann. Der griechische Philosoph Aristoteles berichtet darüber. Außerdem soll er die Fundregionen an der Nordsee besucht haben.
Um bei einem solch großen Verbrauch den Nachschub zu sichern, wurden Bernsteinstrassen quer durch Europa angelegt. Kaiser Augustus ließ eine Passstraße über die Alpen errichten, sein Nachfolger baute diese dann als Militärstraße weiter aus, von dem heutigen Ljubljana bis an die Donau.
Im Mittelalter erlebten die Werkstätten Königsbergs und Danzigs (heute: Kaliningrad und Gdansk), wo Bernstein verarbeitet wurde, eine Blütezeit. Das katholische Danzig war auf die Produktion religiöser Objekte spezialisiert, wie etwa von Rosenkränzen, Hausaltären und Heiligenfiguren. Das protestantische Königsberg stellte Gebrauchsgegenstände wie Bestecke, Brillengläser, oder Kerzenleuchter, her.