Alles über Bernstein

Stein mit vielen Namen
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Spanische Bauarbeiter haben ein riesiges Bernstein-Vorkommen bei El Soplao im nordspanischen Kantabrien entdeckt. 25 Meter lang soll das so reichhaltige, kompakte Lager sein, zwei Meter breit und ein Meter tief. Doch nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Fundes soll äußerst bemerkenswert sein. Das Vorkommen bestehe fast ausschließlich bläulich-violett glänzendem Ur-Harz. Dieses ist äußerst selten. Bisher sind so gefärbte Steine nur in der Dominikanischen Republik entdeckt worden. Die Fundstücke sollen Einschlüsse nicht nur von Fliegen, Wespen und Spinnen, sondern auch von bislang unbekannten Insekten enthalten.

Das gefundene Bernstein stammt aus der Zeit, als Dinosaurier Europa bevölkerten. Das Alter des Fundes sei durch Biostratigrafie (Schichtenkunde), die das umliegende Gestein datiert „gesichert“, sagte der Paläo-Insektenkundler Enrique Peñalver Mollá der österreichischen Tageszeitung der Standard. Es wurde auf 110 Millionen Jahre datiert. Andere Funde, wie des baltischen Bernsteins sind um die 40 Millionen Jahre jünger.

Bis zu zweihundert neue Arten hofft der Insektenkundler aus dem Fund isolieren zu können. Der schrägste Fund bislang sei die „Schlangenmücke“ mit einem außergewöhnlich langem Thorax, sagt Peñalver dem Standard. Einzelne Wespen zeigen gar die Taschen für Eier, andere die Venen der Flügel oder Saugwerkzeuge. Daneben hoffen die Forscher endlich eine Antwort auf die Frage des Ursprungsbaums oder der Ursprungssbäume des heutigen Bernsteins zu finden.

Auch wenn noch niemand daran denkt, die Bernstein-Mine auszubeuten, zu Geld will sie der kantabrische Kulturminister Javier López Marcano dennoch machen. Er plant laut Medienberichten schon die Errichtung eines Bernstein-Museums vor dem Eingang der Höhle.

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